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Fahnenschwingen gehört dazu.
Bild: Werner Schelbert

25.06.2006 18:02

Ein Dorf drei Tage im «Dauerjodel»

EINSIEDELN - 40 000 Besucher waren am Jodlerfest in Einsiedeln. 2850 Aktive massen sich in 770 Vorträgen. Das Fest war toporganisiert und hatte Wetterglück.

Das Lob kam von höchster Instanz. Markus Riedweg, Holzhäusern, Präsident des Zentralschweizerischen Jodlerverbandes, mochte mit seiner Begeisterung nicht zurückhalten. Er sprach vom Fest der Superlative und lobte die tolle Einsiedler Gastfreundschaft.
 Einsiedeln befand sich während dreier Tage im «Dauerjodel». Selbst der Gewitterregen vom Samstagabend tat der Feststimmung keinen Abbruch. Lauter zufriedene Gesichter. Nicht weniger als 2850 Aktive massen sich in 770 Wettvorträgen.

Staus vor den Wettlokalen
Tausende Freunde des Brauchtums zogen in ihren farbenprächtigen Trachten durchs Jodlerdorf. Am Samstag erreichte das Fest seinen Höhepunkt. Ein Weiterkommen war oft nur noch mit spitzen Ellenbogen möglich. Hunderte von Zuschauern drängten sich in die Vortragslokale, wo sich die 2850 Aktiven der Jury stellen. Zeitweise kams zu eigentlichen Staus. Waren keine Sitzplätze mehr vorhanden, so nahm man gerne auch Stehplätze in Kauf. Dazu kam aber auch die Hitze, die mediterrane Ausmasse annahm.

Jodlerwecker
Obwohl den Aktiven Einsinglokale zur Verfügung gestellt werden, wird oft in freier Natur eingesungen. Zwischen Tujahecken und Veloständern übte das Jodlerduett Monika Stampfli, Adrian Arnold und Akkordeonist René Epp den Ernstfall. «So geweckt zu werden, das wünsche ich mir jeden Tag», meinte eine Anwohnerin.
Dass die Jodlerfraktion festerprobt ist, ist bekannt. Viele benötigen die ihnen zugeteilte Unterkunft nicht. Man festet rund um die Uhr. Und so tönte gestern um 8 Uhr aus dem Festzelt Nr. 12 mit der Bezeichnung «Manche mögens heiss» das Jodellied «Dankbarkeit» des Escholzmatters Franz Stadelmann. Nicht mehr so rhythmisch und dynamisch wie beim Wettvortrag, aber dennoch mit viel Hingabe. Für die Note 1 hätte es wohl nicht mehr gereicht.


Friedliches Miteinander
An allen Ecken, in Gässchen, auf Plätzen und in Strassen formierten sich immer wieder Jodlerinnen und Jodler. Spontan wurden Lieder gesungen. Selbst Besucher, die mit Jodeln nicht viel am Hut haben, sangen wacker mit.
Trotz der ausgelassenen Stimmung durfte am Festgottesdienst der besinnliche Teil nicht fehlen. Der feierliche Festgottesdienst mit Abt Martin Werlen und Pfarrer Urs Jäger wurde mit Jodelliedern aus Jost Marty erster Jodlermesse untermalt. Den Schlusspunkt des Jodlermarathons setzte gestern der farbenprächtige Umzug durch Einsiedeln.

Monika van de Giessen

Dossier de presse

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Ultima modifica : 09 November 2010