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Wir stellen Ihnen einige Auszüge aus dem Bericht vor

Während des Mittelalters

 Die Bernhardiner, die eigentlich als Wachhunde verwendet wurden, vermehrten sich hauptsächlich in den Kantonen Wallis und Waadt sowie im Berner Oberland, in Regionen, in welchen ihnen das Klima am besten behagte und sie an ihr Ursprungsland erinnerte. Während Jahrhunderten finden wir kaum Spuren dieser Hunde. Um 1350 jedoch entdecken wir ihren schönen Kopf in den Wappen einiger Adelsfamilien.

Auf dem Grossen St. Bernhard

Das Hospiz auf dem Grossen St. Bernhard wurde 1045 - 1050 von Bernard de Menthon gegründet. Aber erst um 1660 – 1670 erschienen die Hunde auf dem Hospiz, die vermutlich von einigen reichen Walliser oder Waadtländer Familien geschenkt wurden. (....)

1695 erkennt man die Hunde zum ersten Mal auf einem Gemälde, welches das Hospiz darstellt. Das erste Schriftstück, das von der Existenz der Hunde im Hospiz spricht, wurde 1708 von Prior Ballalu erstellt: „Im Jahre 1700 liess der Chorherr Carnos ein Rad erstellen, in welches ein Hund gestellt wurde, um den Spiess zu drehen“. Es war tatsächlich zu dieser Zeit keine Seltenheit, dass man im Sommer im Hospiz vierhundert Personen sah und auch zu jeder Zeit zu Essen und zu Trinken serviert bekam. Fleisch war demzufolge das Hauptnahrungsmittel. Man briet es am Spiess, was viel Zeit in Anspruch nahm. Ein „clavandier“, der Verwalter des Hauses, bemühte sich, das Personal zu entlasten oder vielmehr Personal einzusparen und erinnerte sich demzufolge der Hunde als Küchenhilfe! 1731 fand man Hundefelle in der Garderobe vor, zweifellos als Bettvorlagen gedacht.

1735 erschien eine Rechnung für die Reparatur eines Hundehalsbandes in der Buchhaltung des Priors. In seinem Werk mit dem Titel „Reise durch die 13 Kantone der Schweiz“ schildert F. Robert folgende Anekdote: „1787 profitierten 30 Räuber von der Gastfreundschaft. Vor dem Weggehen forderten sie die Übergabe des Tresors. Der Prior versuchte, sie davon abzubringen und führte sie wegen ihrer Hartnäckigkeit zu den Hunden: nur schon der Anblick dieser Molosser zeigte solche Wirkung, dass sie unverzüglich das Kloster verliessen“. Viele vom Grossen St. Bernhard stammende Hunde, die von Durchreisenden ihres stattlichen Aussehens wegen entdeckt wurden, verreisten quer durch die Welt. Am 26. Juni 1800 forderte General Berthier, der den Pass mit der Armee von Napoleon überquerte, den Prior auf, „ihm  zur Unterstützung seiner Truppe einen vielversprechenden Hund der Bernhardiner-Rasse mitzugeben“.

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Retter der Rasse

Mitte des 19. Jahrhunderts erlitt die Zucht auf dem Grossen St. Bernhard wegen Inzucht eine ernsthafte Krise. 1855 versuchte man mit den langhaarigen Neufundländern eine Kreuzung, da diese Hunde wegen ihrer Intelligenz und Kraft dem Bernhardiner am ähnlichsten waren. Das erwünschte Ziel wurde, ohne Schaden für die Rasse, erreicht. Im Gegenteil, die Hunde wurden kräftiger und widerstandsfähiger. Dem Zwinger vom Grossen St. Bernhard wurde neue Lebenskraft geschenkt. Unabhängig davon entstand im Tal eine Zucht, in welcher verschiedene Kreuzungen folgten. So kam es, dass ein Berner namens Heinrich Schumacher (1831-1903) die erste reinrassige Bernhardinerzucht ausserhalb des Hospiz gründete. Von 1860 an konnte Schumacher in England und in Russland die Produkte seines Zwingers ausstellen. 1867 stellte er in Paris aus und erhielt vom Prior Roh das Ursprungszeugnis vom Grossen St. Bernhard. Von da an fing er an, die Rasse zu verbessern und gründete 1884 den Schweizerischen St. Bernhards-Club. Das Hospiz profitierte von seiner ausgezeichneten Arbeit.

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Die Tätigkeit der Hunde auf dem Grossen St. Bernhardspass

Rolle des Hundes

Im „Obituarium“ (Totengedenkbuch), das sich im Hospiz befindet und welches die Namen aller Personen beinhaltet, die auf dem Berg gestorben sind, kann man lesen, dass ungefähr zwanzig Reisende in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Schnee ums Leben gekommen sind, weil keine rechtzeitige Hilfeleistung stattgefunden hat. Zirka um 1750 fingen die Mönche, welche auch „maronniers“ genannt wurden, an, Hunde zu dressieren und sich der Gegenständen zu bedienen, die sie auf den Touren verwendeten. Die „weissen Toten“ wurden seltener. 1786 spricht der Gelehrte De Saussure lange über die Hilfeleistung für die Reisenden: „ Der „maronnier“, sagt er „wird von einem oder zwei grossen Hunden begleitet, welche dressiert worden sind, um den Weg im Nebel, im Sturm oder bei grossem Schneefall zu finden, sowie um Reisende aufzuspüren, welche vom richtigen Weg abkamen. Wenn die Opfer nicht zu sehr eingeschneit sind, entdecken die Hunde sie problemlos, aber ihr Instinkt und ihr Geruchssinn reichen nicht für allzu grosse Tiefen. Demzufolge sondieren die Mönche die Lawine mit langen Stangen“. (Reise in die Alpen von De Saussure, 1786).

Die französische Revolution lag nicht mehr fern und damit auch grosse Truppenverlegungen. Ist es nicht verplüffend in einem Buch, das 1789 erschien („Geschichtliche Abhandlung über den Grossen St. Bernhard“ von Chrétien des Loges) folgende Zeilen vorzufinden: „ Eine wichtige Aufgabe des „maronnier“ ist es, die Hundemeute, die den Schnee durchwühlt, zusammenzuhalten und sie wieder auf den richtigen Weg zu bringen, wenn sie davon abgekommen ist und sie im Winter jeden Tag für die Reisenden einzustimmen“. Die Hunde scheinen zu dieser Zeit so gut dressiert zu sein, dass zwischen 1790 und 1810 nicht ein Soldat einsam in den Bergen stirbt. Mehrere von ihnen, von den Kameraden verlassen, wurden aufgenommen und gepflegt. Während dieser Zeit starben nur sechs Soldaten im Hospiz. Und doch überquerten in dieser unruhigen Zeit ungefähr zweihunderttausend Soldaten den Pass. Es gab keine Opfer unter den vierzigtausend Männern der Armee von Napoleon, die 1800 diesen Pass überquerten. Unter den Flüchtlingen starben nur ein französischer Priester und sein Führer, weil sie Bourg-Saint-Pierre zu spät verliessen.

Im gleichen Jahr macht der Chorherr Murith folgende Aussage: „Unsere Wachhunde, die wertvoll für die Reisenden sind, haben einen starken Wuchs, den sie teilweise dem Klima verdanken. Sie sind Freunde der Reisenden, sie bellen von weitem und liebkosen in der Nähe. Ihre Nützlichkeit besteht darin, sogar bei einer gewissen Schneetiefe die Spuren des alten Weges wiederzuerkennen, zu wissen wo Gefahr besteht; bei Nebel ihren Leiter zu führen, der jeden Tag mit Brot, Käse und Wein vor den Reisenden hergeht, im Nebel verirrte Reisende zu holen und als Führer vor ihnen herzugehen, durch vom Schnee verdeckte Wege zu führen und dem „maronnier“ und den Reisenden den Pfad durch die Berge zu erleichtern. Unsere Hunde fürchten sich nie vor der Kälte. Die Natur kleidet sie für das Klima, in welchem sie wohnen. Einige unter ihnen konnten sogar daran gewöhnt werden, einen kleinen Sattel mit zwei geschlossenen Gefässen zu tragen. Sie folgen mit diesem Sattel einem Angestellten bis zu unserer Milchhandlung in La Pierre, woher sie Milch und Butter mitbringen. Aber was auch immer erzählt wird, alleine sind sie nie dorthin gegangen“.

 

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Letzte Aktualisierung: 03-01-2012