|
|
|
|
Der St. Bernhardshund Im Jahre 43 n.Chr. liess Kaiser Claudius den Saumweg über den Grossen St. Bernhard für den Wagenverkehr ausbauen und in den Rang einer Reichsstrasse erheben. Römische Garnisonen in Aosta und in Martigny sorgten jetzt für die Sicherheit der Reisenden über den Mont Jovis, wie der Berg jetzt hiess. Auf der Passhöhe stand ein Tempelchen zu Ehren Jupiters (Jovis) und daneben eine kleine «mansio» als Unterkunft für Reisende. Der Pass war jetzt einer der wichtigsten Alpenübergän- ge und der kürzeste Weg nach der neu eroberten Provinz Britannia.
Nach dem Germaneneinbruch (ab 500 n.Chr.) verlor der Pass seine Bedeutung und wurde nun während Jahrhunderten nur noch sporadisch begangen. Die Zuwege verödeten, und erst im frühen Mittelalter gewann er wieder an Bedeutung. Der Übergang war aber gefährlich; es wird von Wegelagerern und Räuberbanden berichtet, welche die Reisenden überfielen und ausraubten. Nach der Legende soll dann der heilige Bernhard von Menthon, damals Erzdiakon in Aosta, um 950 ein Hospiz gegründet haben. Das Gründungsdatum ist ungewiss, geschichtlich belegt ist, dass Bernhard im Jahre 1081 Kaiser Heinrich IV. in Pavia traf; er kann also unmöglich bereits um 950 ein Hospiz gegründet haben. Die Gründung muss wohl eher auf das Jahr 1050 verlegt werden. Die bösen Geister, die Bernhard besiegte, dürften wohl die Räuberbanden gewesen sein. Damit das Hospiz seine Aufgaben erfüllen konnte, musste es über regelmässige Einkünfte verfügen; eine päpstliche Bulle aus dem Jahre 1177 zählt denn auch 80 Güter von Sizilien bis England auf, die dem Hospiz gehörten. Der Übergang über den Mont Joux, wie der Berg jetzt hiess, wurde wiederum zu einer wichtigen Handels und Pilgerstrasse. Wichtig für die Geschichte der Hunde ist jedoch die Tatsache, dass der Pass während Jahrhunderten nicht mehr regelmässig begangen wurde, eine kontinuierliche Hundehaltung von der Römerzeit bis zur Gründung des Hospizes deshalb völlig undenkbar ist. |
|
Haben Sie Fragen oder Anmerkungen bezüglich dieser Website,
senden Sie ein e-Mail an
Barrylouise@net2000.ch .
|