|
|
|
|
FCI-Standard Nr. 61 St. Bernhardshund Ursprung: Schweiz Datum der Publikation des gültigen Originalstandardes: 21.01.2004 VERWENDUNG : Begleit-,
Wach- und Hofhund. KLASSIFIKATION FCI:
Gruppe 2
Pinscher und Schnauzer,
Molossoide, Schweizer
Sennenhunde und andere
Rassen.
Sektion 2.2 Molosser, Typ Berghunde.
Ohne Arbeitsprüfung. KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Auf der Passhöhe des Grossen St.Bernhard
auf 2469 m über Meer haben Mönche im 11. Jahrhundert als Zufluchtsort für
Reisende und Pilger ein Hospiz gegründet. Dort wurden seit der Mitte des 17.
Jahrhunderts zur Bewachung und zum Schutz grosse Berghunde gehalten. Das
Vorhandensein solcher Hunde ist bildlich seit 1695 und schriftlich in einer
Aktennotiz des Hospizes im Jahre 1707 dokumentiert. Die Hunde wurden bald als
Begleithunde und besonders als Rettungshunde für in Schnee und Nebel verirrte
Reisende eingesetzt. Die in vielen Sprachen publizierten Chroniken über
zahlreiche durch diese Hunde dem weissen Tode entrissene Menschenleben und die mündlichen
Berichte der Soldaten, welche 1800 mit Napoleon Bonaparte den Pass überquerten,
haben im 19. Jahrhundert den Ruf des Bernhardiners, dazumal
"Barry-Hund" genannt, über ganz Europa verbreitet, und der legendäre
Barry wurde zum Urbild des Rettungshundes. Die direkten Vorfahren
des St.Bernhardshundes, waren die in der Gegend viel verbreiteten grossen
Bauernhunde, welche in wenigen Generationen, nach einem festgelegten Idealtyp,
zur heutigen Rasse gezüchtet wurden. Heinrich Schumacher von Hollingen bei Bern
begann als erster 1867 für seine Hunde Abstammungsurkunden auszustellen. Im Februar 1884 wurde das
"Schweizerische Hundestammbuch" (SHSB) eröffnet; die allererste
Eintragung war der Bernhardiner Léon, und die weiteren 28 Eintragungen betrafen
ebenfalls Bernhardiner. Am 15. März 1884 wurde der "Schweizerische St.
Bernhardsclub" in Basel gegründet. Anlässlich eines internationalen
Kynologen-kongresses am 2. Juni 1887 wurde der St.Bernhardshund offiziell als
schweizerische Hunderasse anerkannt und der Rassestandard wurde als verbindlich
erklärt. Der Bernhardiner gilt seither als Schweizer Nationalhund. ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD
: Es
existieren zwei Varietäten des St.Bernhardshundes : ·
Varietät
Kurzhaar (Stockhaar) und ·
Varietät
Langhaar. Beide Varietäten sind
von beachtlicher Grösse und erhabener Gesamt-erscheinung; sie haben einen harmonischen,
kräftigen, strammen und muskulösen Körper, mit imposantem Kopf und
aufmerksamem Gesichtsausdruck. WICHTIGE PROPORTIONEN
:
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) :
Im Wesen freundlich; Temperament ruhig bis lebhaft; wachsam. KOPF :
Massiv, imposant und ausdrucksstark. OBERKOPF : Schädel : Stark, breit, im Profil und von vorne
gesehen leicht gewölbt; im Affekt bildet der Ohransatz mit dem Oberkopf eine
gerade Linie, die seitlich in sanfter Rundung in die kräftig entwickelten hohen
Backenpartien übergeht. Stirn gegen den
Fang zu steil abfallend. Hinterhauptbeinhöcker nur mässig betont.
Obere Augenbogen stark entwickelt. Die am Stirnansatz beginnende, deutlich
ausgebildete Stirnfurche verläuft mitten über den Oberkopf. Die Stirnhaut über
den Augen bildet leichte Falten, die gegen die Stirnfurche zu
konvergieren; im Affekt sind sie mässig sichtbar, ansonsten sind sie eher
unauffällig. Stop : Markant ausgeprägt. GESICHTSSCHÄDEL : Nasenschwamm : Schwarz, breit und eckig; Nasenlöcher gut
geöffnet. Fang : Gleichmässig breit. Nasenrücken gerade,
mit leichter Rinne. Lefzen : Lefzenränder schwarz pigmentiert. Lefzen des Oberkiefers stark entwickelt, straff
und nicht zu stark überhängend, gegen die Nase zu einen weiten Bogen
bildend. Mundwinkel bleibt sichtbar. Kiefer
/ Zähne : Ober- und Unterkiefer kräftig, breit, gleich lang.
Gut entwickeltes, regelmässiges und vollständiges Scheren- oder
Zangengebiss. Engschliessender Vorbiss ohne Kontaktverlust der Schneidezähne zulässig. Fehlen der PM1 (Prämolaren 1) und der M3 toleriert. Augen : Mittelgross, dunkelbraun bis nussbraun, mässig
tief liegend, mit freundlichem Ausdruck. Natürlicher, gefestigter Lidschluss
angestrebt; kleiner Knick mit wenig sichtbarer Bindehaut am Unterlid und kleiner
Knick am Oberlid sind zulässig. Lidränder
vollständig pigmentiert. Ohren : Mittelgross, hoch und breit angesetzt;
Ohrmuscheln stark entwickelt. Ohrlappen geschmeidig, dreieckförmig mit
abgerundeter Spitze; hinterer Rand leicht abstehend, vorderer Rand an den Backen
anliegend. HALS : Kräftig
und von genügender
Länge; Kehl- und Halswamme mässig entwickelt. KÖRPER : Im
allgemeinen : Gesamterscheinung
imposant, harmonisch, stattlich und gut bemuskelt. Widerrist : Gut ausgeprägt. Rücken : Breit, kräftig, fest; die Rückenlinie verläuft
bis zur Lende gerade und
horizontal. Kruppe : Lang,
wenig abfallend, harmonisch in den Rutenansatz übergehend. Brust : Brustkorb mässig tief mit gut gewölbten
Rippen, jedoch nicht tonnenförmig; nicht tiefer als bis zu den Ellenbogen
reichend. Untere
Profillinie und Bauch : Gegen
hinten leicht aufgezogen. RUTE :
Ansatz breit und kräftig. Rute lang und schwer, letzter Schwanzwirbel
mindestens bis zum Sprunggelenk reichend; in der Ruhe gerade herabhängend oder
im unteren Drittel leicht aufwärts gekrümmt; in der Erregung höher getragen. GLIEDMASSEN VORDERHAND : Im
allgemeinen : Vorderläufe von
vorne gesehen gerade und parallel, mässig breit gestellt. Schultern : Schulterblätter schräg gestellt, muskulös
und gut anliegend. Oberarm: Länger als das Schulterblatt; Winkel
zwischen Schulterblatt und Oberarm nicht zu stumpf. Ellenbogen : Anliegend. Unterarm : Gerade, starkknochig, trocken bemuskelt. Vordermittelfuss : Von vorne gesehen senkrecht in der Verlängerung
des Unterarms; von der Seite gesehen leicht abgewinkelt. Vorderpfoten : Breit, mit kräftigen, eng aneinanderliegenden, stark gewölbten Zehen. HINTERHAND : Allgemeines : Mässig gewinkelt und muskulös; Hinterläufe
von hinten gesehen parallel, nicht eng stehend. Oberschenkel : Kräftig, muskulös, Keulen breit. Kniegelenk : Gut gewinkelt, weder aus- noch einwärts
gedreht. Unterschenkel : Schräg gestellt, ziemlich lang. Sprunggelenk : Leicht gewinkelt, fest. Hintermittelfuss : Von hinten gesehen gerade und parallel
gestellt. Hinterpfoten : Breit, mit kräftigen, eng aneinanderliegenden, stark gewölbten Zehen. Afterkrallen
toleriert, sofern sie den Bewegungs- ablauf nicht behindern. GANGWERK : Harmonischer,
ausgreifender Bewegungsablauf mit gutem Schub aus der Hinterhand, wobei
der Rücken stabil und ruhig bleibt. Vorder- und Hinterpfoten werden
geradlinig vorgesetzt. HAARKLEID HAAR
: Varietät
Kurzhaar (Stockhaar) : Deckhaar
dicht, glatt, anliegend und derb. Unterwolle reichlich. Keulen leicht behost,
Rute dicht behaart. Varietät
Langhaar : Mittellanges,
gerades Deckhaar mit reichlich Unterwolle. Gesicht und Ohren kurz behaart; über
Hüfte und Kruppe meistens etwas gewellt; Vorderläufe mit Befederung; stark
behoste Keulen; Rute buschig. FARBE : Grundfarbe weiss mit kleineren oder grösseren
rotbraunen Platten (Plattenhunde) bis durchgehende rotbraune Decke über Rücken
und Flanken (Mantelhunde). Zerrissener Mantel (mit Weiss durchbrochene Decke)
gleichwertig. Gestromtes Rotbraun zulässig. Braungelb toleriert. Dunkle Verbrämung
am Kopf erwünscht. Anflug von Schwarz am Körper toleriert. Vorgegebene weisse Abzeichen : Brust,
Pfoten, Rutenspitze, Nasenband, Blesse und Genickfleck. Erwünschte Abzeichen : Weisser Kragen,
symmetrische dunkle Maske. GRÖSSE : Widerristhöhe : Mindestmass Rüden:
70 cm.
Mindestmass Hündinnen:
65 cm.
Höchstmass Rüden: 90
cm.
Höchstmass Hündinnen:
80 cm. Hunde, welche das Höchstmass
überschreiten, werden in ihrer Beurteilung nicht abgewertet, sofern sie in
ihrer Gesamterscheinung harmonisch wirken und ein korrektes Gangwerk aufweisen. FEHLER : Jede
Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen
Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte. ·
Mangelndes Geschlechtsgepräge. ·
Unharmonische Gesamterscheinung. ·
Im Verhältnis zur Grösse
zu kurze Läufe (Kurzbeinigkeit). ·
Starke Faltenbildung an Kopf und Hals. ·
Zu kurzer oder zu langer Fang. ·
Nach aussen fallende Lefzen am Unterkiefer. ·
Fehlende Zähne (ausser PM1 und M3). Kleine Zähne (speziell Schneidezähne). ·
Leichter Vorbiss. ·
Helle Augen. ·
Mangelhafter
Lidschluss. ·
Senkrücken, Karpfenrücken. ·
Überbaute oder stark abfallende Kruppe. ·
Auf dem Rücken gerollt getragene Rute. ·
Fehlen vorgegebener Abzeichen ·
Krumme oder stark ausgedrehte Vorderläufe. ·
Steile, O-beinige oder kuhhessige Hinterhand. ·
Fehlerhaftes Gangwerk. ·
Kraushaar. ·
Unvollständige oder fehlende Pigmentierung des
Nasenschwamms, um die Nase herum, an den Lefzen und an den Augenlidern. ·
Fehlerhafte
Grundfarbe, z.B. rot-braune Tupfen oder Spritzer im Weiss. AUSSCHLIESSENDE FEHLER
: ·
Wesenschwäche,
Aggressivität. ·
Rückbiss, ausgeprägter
Vorbiss. ·
Blaues Auge (Glasauge). ·
Ektropium, Entropium. ·
Vollständig weisses oder vollständig rotbraunes
Haarkleid (Fehlen der Grundfarbe). ·
Andersfarbiges Haarkleid. ·
Nichterreichen der
Mindestgrösse. Hunde die deutlich
physische Abnormitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen müssen
disqualifiziert werden. N.B. :
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich
vollständig im Hodensack befinden. Dieser
geänderte Standard wird ab April 2004 in Kraft treten. |
|
Haben Sie Fragen oder Anmerkungen bezüglich dieser Website,
senden Sie ein e-Mail an
Barrylouise@net2000.ch .
|